Samstag, 25. Februar 2012

Gramado, Canela - Rio Grande do Sul - Brasilien Februar 2012

Ein dickes Hallo an alle,
wir waren mal wieder unterwegs in unserer Wahlheimat Brasilien. Diesesmal haben wir uns nicht allzu weit weg von unserem kleinen, gemütlichen Hermenegildo entfernt. Es lockte uns nach Canela und Gramado in Rio Grande do Sul, dem südlichsten Bundesland Brasiliens. Canela liegt etwas 125 km nördlich der Landeshauptstadt Porto Alegre entfernt. Und wie immer... wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen...
Unsere kleine Tour startet in Chuy, der Grenzstadt Brasilien/Uruguay. Unser Bus sollte uns dort um 23.55Uhr am Grenzübergang einsammeln. Deutsch, wie wir nun mal sind, ließen wir uns dort sicherheitshalber um kurz nach 23.00 Uhr absetzten. und begannen zu warten... und zu warten... und zu.... na ihr wißt schon. Einzig ein Straßenhund, der offensichtlich dort lebt, leistet uns Gesellschaft. Zur Begrüßung reichte er jedem die Pfote und ließ sich dann, wie selbstverständlich zwischen uns nieder. Die Zeit tröpfelte also so vor sich hin.. 0.30Uhr kein Bus in Sicht 1.00 Uhr noch immer nix... Also das waren jetzt schon ein paar Minuten mehr, als die üblichen 15 südamerikanischen Verspätungsminuten... Grmpf... 1.10Uhr, man glaubte es schon kaum mehr...
Da kam er endlich... endlich...
Also, die freundliche Busbegleiterin sammelte unser Pässe ein, um sich um die Ausreiseformalitäten zu kümmern, während dessen wir unser Gepäck verstauten und uns im modernen, klimatisierten Reisebus häuslich einrichteten. Nun denn, von uns aus kanns losgehen... Ja, haste gedacht.. die Busbegleiterin erscheint, sichtlich nervös und beginnt Thomas in rasend schnellem spanisch eine wichtige Mitteilung machen zu wollen...
Thomas, in den hiesigen Sprachen noch etwas unbewandert, zuckt nur mit den Schultern.. er versteht kein Wort... also wendet sie sich an mich.. und gibt uns zu verstehen, dass Thomas aussteigen soll, da es Probleme mit seinem Pass gibt. Also folgen wir beide der Dame ins Grenzgebäude. Und siehe da, dort findet sich (mal wieder) einer dieser kleinen Grenzhalbgötter, die sich auf ihrem nächtlichen, am Ende der Welt gelegenen Grenzposten, fühlen wie Julius Cäsar.. Ich habe die Macht und ich werde sie gnadenlos nutzen ! Seine Aussage : Thomas ist und war illegal in Uruguay, hat kein gültiges Visum, kann daher nicht ausreisen und wird den Bus nicht mehr besteigen. Thomas war und ist niemals in Uruguay gewesen, er hat ein gültiges Visum für Brasilien (weil er dort die ganze Zeit über war - nämlich bei uns) und hat auch nur eine Fahrkarte AB Chuy- dem Grenzort... ich versuche es diesem Holzkopf in aller Ruhe klar zu machen... Er beharrt auf seinem Standpunkt.. Thomas besteigt den Bus nicht mehr... Endloses hin und her.. der arme Thomas versteht nix, schaut nur verständnislos zwischen allen Beteiligten hin und her... Mir geht so langsam die Geduld aus...so blöd kann doch kein Mensch sein... Wir haben mehr als 2 Stunden nahezu vor seinem Fenster gestanden.
Er hat gesehen, dass wir dort auf den aus Uruguay kommenden Bus gewartet haben...
Ich beendet diese sinnlose Unterhaltung, indem ich ihn einfach stehen lasse, Thomas zu verstehen gebe, dass wir unsere Klamotten aus dem Bus holen und zusehen, dass wir anders weiter kommen...
Als wir mit unserem Gepäck im Schlepp Richtung Grenzbüo marschieren um uns den Pass von Thomas wieder aushändigen zu lassen, wird dem Vogel langsam klar, dass was schief läuft... Ich gebe ihm zu verstehen, dass ich mir seinen Namen notieren werde und dass es Konsequenzen geben wird... Nun wird er plötzlich butterweich.. Das ist doch alles halb so wild, er hat doch bereits eine Möglichkeit gefunden und behilflich zu sein (hääää ????), in einer Minute ist alles geregelt und wir können selbstverständlich problemlos weiter reisen...
1.55Uhr... es geht endlich weiter...
Am brasilianischen Grenzübergang gehts dann, wie gewohnt.. etwas gelassener zu.. bei etwa 45 Reisenden, für die die Einreiseformalitäten erledigt werden müssen, sind 35 Minuten Aufenthalt am Grenzübergang im Rahmen des Normalen...
2.30Uhr Endlich.. entspannt zurücklegen und ein wenig schlafen...
Am nächsten Morgen erreichen wir gegen 9.00 Uhr Porto Alegre. Dort werden wir bereits von einem privaten Transportservice erwartet, der uns nun, ohne weitere Verzögerungen, nach Canela bringen wird.
Nach knapp 1,5 Std erreichen wir Canela. Die Serra Gaucha belohnt uns mit ihren fantastischen Aussichten für die Strapazen der letzen Nacht. 
Canela liegt etwas 7 Kilometer von Gramado entfernt. Und beide Orte sind hier in Brasilien, bekannt wegen a.) gelegentlicher Schneefälle im Winter, b.) seiner mehr als 20 Schokoladenfabriken (jamjam), c.) seiner deutschsprachigen Einwanderer, d.) ihrer Weihnachtszeitsbeschmückung (man nennt sie auch die Städte der Lichter) und natürlich e.) seiner grandiosen Natur...
Wir ruhen uns den Vormittag ein wenig aus und starten gegen Mittag, zum Naturpark Parque Estadual do Caracol.  Dieser  liegt etwa 7 km von Canela entfernt und bietet die landschaftlich reizvollsten Eindrücke dieser Gegend, mit Wasserfällen. Zum Beispiel dem Cascata do Caracol, der 130 Meter tief in einen gähnenden Canyon hinabfällt und der dank einer kleinen Seilbahn in seiner ganzen Herrlichkeit in aller Ruhe bestaunt werden kann. Es gibt jedoch auch zahlreiche Wanderwege, die durch die letzten jahrhundertealten Bestände von Araukarien-Wäldern führen. Araukarien, jene Nadelbäume, die eine Höhe von 50 m erreichen können, und die für die südbrasilianischen Landschaften so charakteristisch waren.

Nach diesen beeindruckenden Naturspektakeln haben wir den Abend in einer kleinen Straßenkneipe, im Zentrum Canelas, mit ein paar eiskalten Cervejas und Frango a Passarinho gemütlich ausklingen lassen.
Am folgenden Morgen ging es dann schon zeitig los. Der heutige Tag sollte uns in den  Aparados da Serra Nationalpark bringen. Dort erwartet uns eines der großartigsten Naturwundern Brasiliens.
Der Itaimbezinho....
Der Itaimbezinho ist ein schmaler Canyon,  (in der indianischen Tupi-Sprache: ita-imbé = spitzer Stein), dessen Steilwände durchschnittlich 600 bis 700 Meter tief sind und parallel zueinander abfallen, und der eine Länge von bis zu 6 km hat.
Mehr Bilder vom Parque Estadual do Caracol und vom Aparados da Serra Nationalpark gibts wie immer hier :
https://picasaweb.google.com/112229987919007997345/CanelaGramado2012


Tja und dann folgte mein ganz persönliches Highlight... Rafting auf dem Rio Paranhana...
und auch wenn dieser Tag für mich mit unzähligen blauen Flecken endete... Ich würds morgen sofort wieder tun :-))
Und alle Bilder dieser Wahnsinnstour gibts wie immer
Hier :  Rafting

Soviel zu unserem kleinen Abstecher in die Serra Gaucha...
und Ende März nehm ich Euch mit nach Peru....
 

Donnerstag, 2. Februar 2012

Sowas, aber auch.... 02.Feb.2012

Lang lang ists her....
Ich  mag Euch nicht mit alltäglichen Banalitäten langweilen, deswegen war es auch so still in den letzten Monaten auf meinem kleinen Blog. Für all das (in meine Augen unnütze) blablabla, gibt es reichlich Plattformen. Twitter, Google+, Facebook und wie sie alle heißen...
Apropopo Facebook
Hin und wieder gibt es dort jedoch auch Dinge zu finden, die dem ein oder anderen dann doch zu denken geben. So ist es mir heute morgen ergangen. Eine liebe Freundin postete folgende Aussage :

Durch jeden Gedanken wie „Ich muss, ich soll, ich sollte, ich müsste, ich hätte sollen...“ erzeugst du Druck, Enge, Spannung, Stress und Erschöpfung. Schreib diese Sätze auf und frage dich: „Ist dieser Gedanke wirklich wahr?“ Schließ deine Augen und sprich nur einen dieser Gedanken aus und frage dich „Wie reagiert mein Körper auf diesen Gedanken?“ Du wirst erstaunt sein, wie viel Schwere, Enge etc. du spürst, wie er sich zusammenzieht und andere sehr unangenehme Reaktionen zeigt. Und hinter dieser Körperempfindung taucht ein Emotion auf wie Angst, Trauer, Ohnmacht und ähnliche. Deine Körperzellen kennen die Wahrheit. Zieht dein Körper sich zusammen und wird eng, schwer, angespannt, heißt das: Dieser Gedanke entspricht nicht der Wahrheit deines Herzens. Dehnt er sich aus, wird er leichter, kannst du besser durchatmen, dann sagt dein Herz: Genau, dieser Gedanke entspricht meiner Wahrheit. Lebe ihn!. Wandle jedes ‚ich muss’ und ‚ich sollte’ um in ein ‚ich darf, ich will, ich habe Lust zu...’ und prüfe mit dieser Übung wie dein Körper und dein Herz hierauf reagieren.
-Robert Betz -

Ja, da ist absolut was wahres dran. Doch wie oft gebrauchen wir um Umgang mit anderen, genau diese Formulierungen? Du musst, Du sollst, Du hättest...
und erzeugen so diesen Druck auch bei dem anderen? Ja, absolut....
Was will ich, wenn ich in einem Dialog einen Satz anfange mit ... Du hättest, dies und das nicht sagen dürfen, nicht tun dürfen, anderem machen müssen....
Also wenn ich jetzt so in mich hinein horche und mir vorstelle (ist gar nicht so schwer, weil ich ohne Nachzudenken sofort entsprechende Situationen im Kopf habe) wie ich mich dann fühlen würde, dann gibts dafür eigentlich nur eine aussagekräftige Bemerkung : SCHEIßE... ich fühl mich so richtig mies....
Warum? Weil mir das Gefühl gegeben wurde etwas falsches, etwas furchtbares getan zu haben....
Es dauert einen Augenblick, bis mir dann klar wird, Nein ich hab das getan, weil ICH es für richtig, für angemessen hielt... und das miese Gefühl kann sich wandeln...
Doch viele Menschen reflektieren solche Aussagen nicht, werden gedankenlos von anderen in solche Gemütszustände geschleudert und leiden...
Schuldgefühle, Angst, Ohnmacht machen sich breit...
So werden wir systematisch konditioniert, all unsere Handlungen, Gedanken, Aussagen bereits im Vorfeld auf eventuelle Stolperfallen zu prüfen...
Wir wollen ja niemandem aufs Füßchen treten, wir wollen ja niemandem Grund zur Kritik geben, wir wollen geliebt, angenommen, anerkannt, gelobt werden.
So ist es denn auch mir vor nicht allzu langer Zeit ähnlich ergangen.
Es gab eine Zeit, in der meine Mitmenschen der Meinung waren, ich könne so wie ich lebe nicht weiter leben und MÜSSE mir eine sinnvolle Aufgabe suchen ( was impliziert, dass meine Tätigkeiten bis dahin voöllig sinnlos waren - in ihren Augen ). Nach vielem hin und her, wurde mir dann eine Aufgabe so schmackhaft gemacht, dass ich dachte: OK warum nicht, versuchs doch mal.
Ich gehöre zu der Sorte Menschen die, wenn eine Entscheidung getroffen wurde, diese auch so schnell wie möglich umsetzen. Also warf ich mich ins Geschehen. Tag für Tag wuchs meine Freunde an meinem neuen Tun, und ich fand Befriedigung in meiner neuen Tätigkeit. Eine Zeit lang war auch alles in bester Ordnung, die Mitmenschen, die mich auf diesen Weg gebracht hatten, nickten zustimmend und schauten wohlwollend auf mich herab .... 
Doch dann, eines Tages, ohne für mich erkennbaren Grund... drehten sie ihr Mäntelchen der Meinung...
Sie begannen, meine Aktivitäten zu kritisieren... es hagelte Sprüche wie... 
Du kannst doch nicht...
Du musst...
Du solltest...
Du spinnst ja, ....
Du bist ja bescheuert....
wenn meine neue Aufgabe, meine Aufmerksamkeit, meine Zeit beanspruchte, anstatt mich mit Ihnen (?) zu beschäftigen....
Ich war verwirrt...
Was erwarteten sie von mir? Sollte ich nun, da ich ja ihren Ratschlägen gefolgt war, alles wieder hinwerfen, nur damit ich mir weiterhin ihres Wollwollen sich sein konnte? Oder wollte ich, den aufgezwungenen und dann letztendlich doch für richtig befundenen Weg wieder aufgeben?
Also ganz ehrlich.. ich hab nicht den blassesten Schimmer, was ihr von mir wollt. 
Vielleicht macht ihr Euch mal Gedanken darüber, was IHR eigentlich von mir erwartet und wenn es irgendetwas konstruktives ist ( also bitte kein Egoismus, keine Machtansprüche, keine Selbstherrlichkeit, kein Manipulationsgehabe, keine langweilige Besserwisserei), dann bin ich gern und sofort bereit mich damit auseinander zu setzen....
Also bis dahin ....
Liebe Elisabeth ich danke Dir für dein Posting...
Mir ist mal wieder etwas deutlich geworden, was bereits eine ganze Weile in mir brodelte...
Tschüß Freunde, bis die Tage