Montag, 28. März 2011

Wenn einer eine Reise tut.... 27.03.20011

.... dann kann er was erzählen. Das war schon immer so und wird sich wahrscheinlich auch nie ändern.
Wir sind mal wieder unterwegs. Diesmal haben sich meine Eltern zu einer abenteuerlichen Rundreise, mit uns zusammen, durch Brasilien entschlossen. So das ihr sicher sein dürft, dass es a.) wieder jede Menge zu erzählen und b.) noch mehr Fotos zu sehen geben wird.
Also fangen wir am besten am Anfang an. Bereits auf unserer Reise zum Treffpunkt in Salvador de Bahia gab es ein paar kleine Zwischenfälle. Nach 8 Stündiger Busfahrt nach Porto Alegre, waren wir froh, endlich in unserem dortigen Stammhotel Acores angekommen zu sein. Das Acores ist ein kleines, feines, sauberes Stadthotel, mitten im Zentrum von Porto Alegre, mit supernettem, aufmerksamen Personal. Wir kommen schon seit Jahren hierher, immer wenn es nötig ist und wir kommen gern hierher. Nun ja, gegen 1.00Uhr morgens werde ich wach, geweckt durch einen lauten Knall. In der folgenden Stille höre ich deutlich Wasser tropfen...tropf, tropf tropf...
Also nööö, das kann ich ja mal gar nicht ab, ich denk ...das ist bestimmt der Wasserhahn im Badezimmer... stehe also auf um selbigen den Garaus zu machen, sprich ihn richtig abzudrehen. Als ich so durch den kleinen Flur tappe, im Dunkeln versteht sich, ergießt sich plötzlich ein Schwall Wasser auf meinen Kopf..... und ich steh mitten in einer schönen Pfütze....
Na hallo, was ist hier denn los?? Knipse nun doch auf den Lichtschalter.... und mit einem lauten Schlag implodiert über mir die Glühbirne.... Inzwischen hat Friedbert das Licht im Schlafzimmer angemacht und zu meiner großen Begeisterung kann ich sehen, dass der Lampenschirm über mir voller Wasser ist und sich in absehbarer Zeit wieder über mich ergießen wird, worauf hin ich gleich mal in Richtung Bad ausweichen will und ohne Vorwahrnung, knöcheltief im Wasser stehe... Das Wasser läuft die Wände runter, und der Knall der mich gewckt hat, war die Glühbirne der Badezimmerlampe. In Nullkommanichts hab ich die Klamotten an und bin auf dem Weg an die Rezeption. Dort sind gerade andere Gäste angekommen und der freundliche Mensch an der Rezeption erkundigt sich, was er für mich tun kann. Mit einem kurzen Blick auf die ankommenden Gäste, beiete ich an zu warten, da ich ja nun nicht gleich den Neuankömmlingen einen Schreck einjagen will. Er besteht darauf, ich könne meine Wünsche äußern... Tja dann, selber schuld? Er fragt erneut: "Was kann ich für Sie tun?" Mit einem noch immer skeptischen Blick auf die anderen Gäste, biete ich ihm an:
"Einen Regenschirm, oder ein anderes Zimmer?" Er stutzt. Nun will er erstmal nicht mehr so genau wissen, was los ist, bittet mich einen Augenblick zu warten (was ich ja eh vor hatte) und fertigt erstmal die anderen ab. Dann, nachdem sich die Lobby geleert hat, will er wissen, was genau passiert ist. Ich erkläre ihm die ganze Story und er sucht sofort ein anderes Zimmer für uns, händigt mir die Schlüssel aus und begleitet mich nach oben, um sich vom Ausmaß des Disasters zu überzeugen. Eine knappe Stunde sind wir, trocken und müde in einem anderen Zimmer einquartiert.
Am folgenden Morgen soll unsere Reise weiter gehen, nach Salvador de Bahia im Norden Brasiliens. Pünklich um 9.15Uhr erscheinen wir am Check In Schalter der GOL und legen unsere Tickets vor. Die junge Frau am Schalter schüttelt den Kopf... Kein Flug nach Salvador, der Flug wurde gestrichen, wegen mangelnder Besetzung. Das kennen wir bereits, dass ist nicht das erstemal, dass uns sowas passiert. Geduldig harren wir der Recherche der jungen Frau, nach Ersatzflügen. Auch hier wieder, in gewohnter Manie, schnell und freundlich wird für Abhilfe gesorgt. 20 Minuten später stehen wir mit neues Tickets am Schalter. Wir werden über Sao Paulo umgeleitet und nur mit knapp 2 Stunden Verspätung in Salvador landen. Hätte schlimmer kommen können...
16.15 Uhr Ankunft in Salvador de Bahia.

..... und es kam schlimmer....
Doch davon morgen mehr, denn jetzt liebe Freunde, geh ich erstmal ins Meer ne Runde schwimmen, bevor mir die Gehirnzellen durchschmoren.....

Montag, 7. März 2011

Ich kann es nicht lassen - 7.März 2011

Liebe Freunde meines kleinen unbedeutenden Blogs. Heute möchte ich mich in einer dringenden Angelegenheit an Euch alle wenden. Es geht um eine, wenn auch zugegebener Maßen nicht neue, so doch besorgnis erregende Krankheit. Da es ja augenblicklich sehr modern und zeitgemäß ist, bei seinen Mitbürgern Ängste hinsichtlich ihrer Gesundheit zu schüren, darf ich mich diesen Themas selbstverständlich nicht entziehen.
Nun werde ich versuchen, Euch in aller Eile und so kurz wie nur möglich, zu erzählen, wie es zu diesem Artikel und meinem dringlichen Wunsch Euch zu warnen kam.
Wie der ein oder andere sicher weiß, lebe ich hier am Popo der Welt. In einem der letzten, paradiesischen Winkel, ohne Stress, ohne Kriminalität, mit freundlichen Nachbarn, in Frieden und Ruhe. Dank der modernen Errungenschaften der Technik, wie dem Internet, bin ich in der Lage auch über die mehr als 14.000km Distanz, Kontakt mit meiner Familie und meinen Freunden in Europa und ganz besonders in Deutschland zu halten. In Echtzeit kann ich hier Gedanken mit Euch austauschen, Neuigkeiten erfahren und die aktuellen Nachrichten aus meinem Geburtsland verfolgen. Alles in allem, eine großartige Sache. Dazu nutze ich verschiedene Internetplattformen, wie Ihr das ja sicherlich auch tut. Nun tummeln sich auf diesen Plattformen die verschiedensten Nationen, Völker und Menschen. Wirklich toll. Ich habe Freunde aus aller Welt auf meinen Listen. Die einen Nutzer solcher Plattformen sammeln Freunde, wie man früher Briefmarken sammelte, andere sind da schon wählerischer und lassen nur jene zu, die ihnen wirklich bekannt und vertraut sind. Ich handhabe das mal so, mal so...
Normalerweise nehme ich Freunde an, die auf Empfehlungen anderer Freunde bei mir anklopfen (bildlich gesprochen). Warum auch nicht? Warum nicht mal eine völlig fremde Person zulassen? Vielleicht ist der/die Person ja ganz okay? Und es kann ja auch nie schaden neuen Wind in das eigene eingefahrene Gedankenkarussell zu bringen. Hin und wieder nehme ich mir dann auch das Recht, Personen von meinen Freundeslisten zu entfernen. Warum auch nicht? Wenn ich feststelle, dass unsere Meinungen, Interessen, Weltanschauungen zuuuu weit auseinander gehen, dann wird aus einem gut gedachten Gedankenaustausch, eher ein Krampf und Kampf und das will und muss ich mir nicht geben. Schließlich muss ich ja auch nicht mit der ganzen Welt in Liebe und Harmonie leben. 
Oder doch?? 
Von mir aus kann jeder tun und lassen was er will, doch ganz ehrlich...die Menschen, die ich in meinen näheren Kreis eindringen lasse, die sollten doch so die ein oder andere, nun sagen wir mal, gleiche Wellenlänge, mitbringen. Was bringt es mir, seitenlange Notizen über die Herrlichkeit Gottes lesen zu müssen? Wo ich doch so meine eigenen Ansichten über Glaube und Religion habe. OK, wir können unsere Ansichten darüber austauschen. Doch da geht’s doch schon los. Da gibt’s dann solche, die Dich um jeden Preis von ihren Ansichten überzeugen müssen. Oder die, die Dir gleich den Höllenbraten androhen, wenn Du nicht sofort zu ihren Ansichten konvertierst. Nö vielen Dank... 
Oder die Engelchen, diese halbheiligen, scheinheiligen Engelchenverehrer...
mit ihren bunten Bildchen, plüschiger, halbnackten, gefiederter Wonneproppenbabyengelchen...
Die schwören, diese kleinen Dingerchen, werden Dir schon dabei helfen, das Elend, Deine Sorgen und Probleme zu bewältigen. Klar, mag ja sein, ich komm halt ehrlich gesagt, mit dem Umgang dieser Problembeseitigungsmaßen nicht so recht klar.
Für mich sind und waren die Engel (soweit sie denn tatsächlich existieren) schon immer die Krieger Gottes (so stehst auch in der Bibel). Also irgendwie kriege ich dann die Bilder nicht mehr passend...
Ein Krieger sieht für mich kaum so aus, wie ein Mutterbrustsäugendes Baby, mit Schwanenflügeln...
Oder dann gibt’s noch die ganz andere Sorte, ...
Du machst Deinen PC an, klickst Deine Plattform auf und da steht dann als erstes.... Meyers Hildchen hat heute morgen ihre Menstruation bekommen...
oder, liebe Freunde ich hab eine schreckliche Sehnenscheidentzündung und kann heute nicht in gewohnter Weise soviel schreiben wie sonst, bitte habt Verständnis...
Also, ich kann es mir nicht verkneifen, das sich dann Gedanken aufdrängen wie:
Gott sei Dank, heute bleibt mir einiges erspart...
Mal ehrlich, wen interessiert es wirklich, ob Du heute Kopfschmerzen hast, weil der Südwind bläst, oder ob Deine Nachbarin gerade ihre Blumen gießt, das Bäckerehepaar im Augenblick eine Ehekrise durchmacht, Dein Bettlaken zu klein ist und Du deshalb die halbe Nacht auf der blanken Matratze liegen muss, Eure Katze gerade in Wohnzimmer kotzt...
Also mich nicht ! Ich will auch gar nicht wissen, ob jemand gerade menstruiert oder von Hitzewellen seiner Wechseljahre geplagt wird. Oder ob er sich Gedanken macht, einen Urologen aufzusuchen, weil er Probleme beim pinkeln hat.
OK, kannst Du ja machen, kannst Du ja auch alles erzählen, kein Thema...aber ausgerechnet in aller Öffentlichkeit? Wozu gibt’s Privatchats? Jetzt sagt mal ganz ehrlich, Hand aufs Herz .. 
Wollt Ihr so was wirklich lesen? Wollt ihr so was wirklich wissen?
Also ganz im Ernst....Ich nicht...
Ich schweife schon wieder zu weit ab, möchte aber trotzdem all das erklären, damit ihr meine Gedanken und Beweggründe vielleicht nachvollziehen könnt.
Nun denn, warum ich anfing mir ernsthafte Sorgen zu machen? Da gab es eine ganze Reihe netter Plattformen, auf denen viel positives, erbauliches, lustiges aber auch nachdenkliches geschrieben wurde. Es machte Spaß täglich dort rein zu schauen und zu sehen, was es Neues gab. Doch dann erschienen dort Nachrichten, die anfangs noch interessant erschienen, je länger es jedoch dauerte, umso nachdenklicher machten mich diese. Ich fing an verschiedene Plattformen miteinander zu vergleichen und stieß auf ein merkwürdiges Phänomen. Es werden zunehmend keine Gedanken mehr ausgetauscht, sondern immer mehr Selbstdarsteller und Egomanen erscheinen auf der Platte.
Von ganz unten, den jüngsten Verfassern angefangen, bis hin zu den esoterisch weit bewanderten, ja sogar unter den sich selbst als spirituell entwickelt bezeichneten Verfassern, zeigt sich die zunehmende Tendenz der Egomanie.
Seitenlange Texte, welche sich inhaltlich nur gering unterscheiden, aber alle eines gemeinsam haben. Dort steht immer wieder nur folgendes : Ich bin, ich habe, ich kann, ich mache...
Kleines Beispiel :
Während ich mit der linken Hand ein 5 Gänge Menü für mich und meinen gesetzlich angetrauten Ehegatten (mit dem ich übrigens seit 20 Jahren außerordentlich glücklich zusammenlebe und dem ich jeden Morgen die Krawatte binde und liebevoll zubereitete Kalbsleberwurststullen ins Tuppertöpfchen packe) zubereite, male ich mit der rechten Hand an einer Bildserie über meinen lebenslangen Leidensweg, welcher schon vor meiner Geburt, genauer gesagt auf pränataler Ebene begann. Ich Moment bin ich dann außerdem noch dabei meine Fertigkeiten mit den Füßen zu verfeinern, damit ich meinen 800 Seiten langen Roman über meine Gespräche mit den aufgestiegenen Meistern noch vor Ostern auf der Bestseller Liste des Spiegels bewundern kann.
Gäääääähhhhhnnnnhn
Und bei all diesen vielfältigen Aktivitäten habe ich natürlich noch genügend Zeit, die Kinder meiner Nachbarin zu beaufsichtigen, mit dem Hund meines Vaters spazieren zu gehen, die Benefizveranstaltung des hiesigen Obdachlosenheim zu organisieren, 22 Stunden täglich in meiner kleinen Astrologietarotkarmahandlesenummerologiespirituellenlebensberatungspraxis zu arbeiten und Euch liebe Leser stundenlang zu langweilen, mit meinen außerordentlichen Erkenntnissen, Erfahrungen und täglichen Erlebnissen die ich Euch selbstredend auf gar keinen Fall vorenthalten darf.
Weil... falls ihr es noch nicht erkannt habt, ich bin ja soooo wichtig.....
Ihr schmunzelt? Bitte liebe Freunde, ich bitte Euch inständig, nehmt das nicht auf die leichte Schulter, wir haben es hier mit einem nicht zu unterschätzenden Problem zu tun.
Ich fing also an zu recherchieren. Zückte mein Adressbuch, telefonierte, mailte, chatete mit all den mir bekannten Ärzten, Heilpraktikern, Psychologen, Physikern, Professoren, Homöopathen, Soziopathen und mobilisierte das Expertenteam von Google um diesem Phänomen auf die Schliche zu kommen.
Und die zusammengetragenen Informationen waren, nein sind, niederschmetternd.
Die Wahrheit ist, wir befinden uns auf dem Weg zu einer neuen Epidemie. Sind die Symptome anfänglich noch schleichend, führt diese Krankheit unbehandelt, unweigerlich zum Tode.
Wir reden hier von der Erkrankung an Egomanie.
Egomanie ist die krankhafte Selbstbezogenheit oder Selbstzentriertheit einer Person. Die betroffenen Personen werden als Egomanen bezeichnet. Sie haben das Bedürfnis, stets im Mittelpunkt allen Handelns und Geschehens zu stehen und/oder interpretieren jedwede äußeren Abläufe ichbezogen. Bis hierher noch nicht allzu schlimm. Wirklich kritisch wird es jedoch erst, wenn die Egomanen anfangen sich und ihre Erkrankung zu tarnen. Aus Angst vor Entlarvung und der damit einhergehenden Behandlungsnotwendigkeit sind Egomanen bereit alles erdenklich nötige zu tun, um weiterhin unentdeckt ihre Krankheit pflegen zu können.
Und jetzt haltet Euch fest... was tut also der Ottonormalegomane um möglichst zu vermeiden, als solcher erkannt zu werden?
Er tarnt sich als Empath.
Empathie ist per Definition: (von griech. Em „Beziehung“ und Pathie Schädigung“) ist eine psychische Erkrankung, die sich vorwiegend in irrationalen-zwanghaften Gedanken an Mitmenschen und Affekthandlungen im Bezug auf diese äußert. Die Empathie ist eine schwerwiegende Krankheit und eine der häufigsten Ursachen für berufliches und privates Scheitern. Im Volksmund wird die Empathie häufig mit einem Leiden des Mits gleichgesetzt („Mitleids), das allerdings nur ein Symptom der Erkrankung darstellt. Nach ICD 100 (Inkonsequente Codierung der Dummheit) wird die Empathie als chronische soziale Meinungsstörung (X99-X999) eingestuft.
Die Symptome dieser Erkrankung sind zunächst latent. Anfangs äußert sich die Empathie in erster Linie verbal, Betroffene äußern wirre Gedanken wie "Ich kann mich in Dich hinein versetzen" oder "Ich fühle mit Dir". Im weiteren Verlauf verlässt der Betroffene häufig seine Führungskompetenzen, er ist nicht mehr bereit und im Stande, andere angemessen zu unterdrücken. Auch das Zufügen von Schmerzen bereitet dem Erkrankten in der Regel Probleme. Bei besonders schweren Fällen kann es auch vorkommen, dass aktive Handlungen zur Erreichung des Wohls eines anderen begangen werden ("Helfersyndrom"). Labor chemisch sind bei Patienten mit Empathie niedrige E'Lite auffällig. Als Begleitsymptomatik der Empathie treten häufig unkontrollierte Emotionen auf.
Unbehandelt führt die Empathie zum Tode !
Es gibt jedoch Hilfe in Form einer bewährten Therapie. Ich bitte Euch, solltet ihr an Euch selbst erste Symptome feststellen, oder bei euren Familienangehörigen, Freunden, Bekannten zögert nicht. Sucht schnellstmöglich Hilfe! Die letzte Epidemie dieser Erkrankung im Jahre 1968 hatte enorme,
mit schwerwiegenden ökonomischen und kulturellen Folgeschäden verbundene Auswirkungen.
Es sind auch Bemühungen im Gange, diese Krankheit bis zum Jahre 2020 auszurotten, jedoch scheint es eher so zu sein, dass vor dem endgültigen Ende erst eine neue, noch verheerendere Epidemie ansteht.
Ihr glaubt mir nicht? Hier könnt Ihr meine Behauptungen nachprüfen :
Alles ordentlich recherchiert.... so stehts im Internet und das Internet lügt nicht...
Oder ????? 
In diesem Sinne... fröhlichen Rosenmontag alle miteinander